Science Fiction

 

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STAR WARS

Das große Science Fiction Märchen

 

"Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie .... "

So beginnt eines der erfolgreichsten Sci-Fi-Abenteuer der Film-Geschichte - die STAR-WARS-Saga.

 

  

 

Die Autoren haben von vornherein klar gemacht, dass sie nur ein Märchen erzählen und nichts davon mit der Wirklichkeit zu tun hat. Dennoch wollen viele wissen, wieviel Realität eigentlich im Krieg-der-Sterne-Märchen stecken könnte.

 

Bewohnbare Planeten: 

Das Erste, was für ein Universum wie in Star Wars gebraucht wird, sind eine große Menge Planeten, auf denen Luke Skywalker, Han Solo, Prinzessin Leia und all die vielen anderen Helden ihre Abenteuer bestehen können.

Außerdem brauchen all die eigentümlichen Kreaturen, für die Star Wars bekannt ist, ja auch ein Zuhause.

 

Als die erste Folge 1977 in die Kinos kam, gab es keinen einzigen Beweis dafür, daß es außerhalb unseres Sonnensystems Planeten geben könnte.

Die reichlich ungenaue Angabe in der Star-Wars-Einleitung "...in einer weit, weit entfernten Galaxie..." lässt offen, wo genau vielleicht einige bewohnbare Planeten zu finden sein könnten.

Im Oktober 1995 aber wurden die irdischen Planetensucher in der Nähe des Sternes "51 Pegasi" erstmals fündig. Seitdem entdecken sie fast monatlich neue "Exoplaneten" in völlig unterschiedlichen Ecken des Universums.

Die Planetensucher stöberten sogar einen Planeten auf, der um einen Doppelstern kreist, genau wie der Wüstenplanet Tatooine, auf dem Anakin Skywalker, der spätere Darth Vader und Luke Skywalker aufwuchsen.

Leider ist kaum eine dieser entdeckten Welten geeignet, sich dort in irgendwelchen obskuren Raumhafen-Kantinen mit Aliens herum zu prügeln. Entweder, weil es überhaupt keinen festen Boden gibt, auf dem man eine Kneipe bauen könnte, oder weil es so heiß ist, daß jedes Getränk verdunsten würde, bevor man es trinken könnte.

Viele Exoplaneten gehören zur Klasse der "Hot Jupiters", riesige jupiterähnliche Planeten mit extrem sternnahen Umlaufbahnen und hohen Oberflächentemperaturen.

Planeten, auf denen man eine Weile leben könnte, um sich z.B. auf die Jedi-Prüfung vorzubereiten, haben die Astronomen und Astrophysiker aber leider noch immer nicht entdecken können.

Das liegt aber auch daran, daß sie kleinere, erdgroße Planeten mit ihren heutigen technischen Hilfsmitteln noch gar nicht aufspüren können.

Hoffnung machte aber eine Entdeckung der Astronomen Geoffrey Marcy und Paul Butler, die gleich sechs Exoplaneten auf einmal entdeckten, von denen fünf sogar in der "bewohnbaren Zone" um ihre Sonne kreisen. Bei einem dieser Planeten soll die durchschnittliche Oberflächentemperatur bei 42 Grad Celsius liegen. Das entspricht einem "normalen" Tag auf Tatooine.

 

 

 

Eine nicht sehr reale Galaxie:

In der "weit, weit entfernten Galaxie" sind die Schauplätze des Star-Wars-Universums verteilt.

Dort befinden sich all die Planeten mit Namen, die jeder Star-Wars-Fan im Schlaf nennen kann:

Endor, Alderan, Tatooine, Naboo, Nar Hutta und natürlich Coruscant, das Machtzentrum des Imperiums.

Die Star-Wars-Galaxie kreist um ein Schwarzes Loch, das von dicht beieinander stehenden Sternen umgeben ist.

Damit ähnelt der Tiefenkern dieser Science-Fiction-Galaxie dem unserer Milchstraße, denn auch im Zentrum unserer eigenen Galaxie vermuten die Wissenschaftler ein Schwarzes Loch, vielleicht sogar mehrere.

Damit hören aber auch schon die Gemeinsamkeiten zwischen Realität und Fiction auf.

 

Die Star-Wars-Galaxie ist in vier konzentrische Zonen um den galaktischen Kern aufgeteilt. Auf den Tiefenkern folgt der galaktische Kern. Dort liegen die dichtbesiedelten Welten und das Zentrum der Macht Coruscant.

Daran schließen sich die Zonen "Innerer Rand", "Mittlerer Rand" und "Äußerer Rand" an.

Der "Mittlere Rand" ist weniger dicht besiedelt als die beiden anderen "Ränder" , weil er wesentlich rohstoffärmer sein soll.

Auf unsere Galaxie übertragen läge dann unser Sonnensystem mit der Erde im "Mittleren Rand".

Von Rohstoffarmut kann hier aber keine Rede sein und auch auf andere Galaxien wie z.B. Andromeda trifft das nicht zu.

Außerdem hat sich ein weiterer entscheidender Fehler in die Star-Wars-Welt eingeschlichen:

Unter realen Bedingungen wäre ein Galaktischer Kern mit bewohnbaren Planeten gar nicht möglich.

Coruscant wäre niemals so nahe am Zentrum seiner Galaxie entstanden, denn je näher ein System dem galaktischen Zentrum kommt, desto ungemütlicher wird es. In diesem Bereich einer Galaxie drängen sich so viele Sterne, daß sie sich gegenseitig durch ihre Gravitation stören. Ein Planet würde dort um seine Sonne herum torkeln, hin und her gerissen von der Anziehungskraft der benachbarten Sterne.

Einigermaßen stabile Umweltbedingungen, unter denen sich komplexe Lebensformen entwickeln könnten, wären hier völlig unmöglich. Dazu kommt eine mörderische Strahlung, die das Entstehen jeglicher Lebensformen verhindert.

Leben kann so nah am Zentrum einer Galaxie nicht entstehen - das wird immer ein reines SciFi-Märchen bleiben.

 

 

Künstliche Wesen mit Charakter:

Die "Droiden" (Androiden) C3-PO und R2-D2 sind die heimlichen Stars des (roboter-verliebten) Weltraum-Märchens, in dem es ohnehin von Maschinenwesen nur so wimmelt.

Der eine von beiden kann in allen bekannten Sprachen reden, ist aber immer ein wenig verwirrt und paranoid. Der Kleine kann zwar nur Pieptöne von sich geben, ist dafür aber wagemutiger als sein überängstlicher Kollege.

Beide sind technische Wunderwerke und besitzen eine Individualität, mit der sie den Fans ebenso vertraut und symphatisch sind wie die menschlichen Helden.

Was die Androiden von Star Wars mit heutigen Robotern gemeinsam haben, ist ihre Spezialisierung.

C3-PO ist nur für die Diplomatie konzipiert und weiss sich entsprechend zu verhalten. Er kann sich in sechs Millionen verschiedenen Kommunikationsformen verständlich machen, spricht menschliche und nichtmenschliche Sprachen und kann sich mit jeder Art von Maschine unterhalten.

Der kleine rollende Blecheimer R2-D2 ist dagegen eher für den technischen Einsatz gebaut worden.

Er spürt Lebensformen in jeder Entfernung auf, kennt sich mit jeder denkbaren Art elektronischer Schaltungen aus und ist sogar hin und wieder Teil des Navigationssystems von Raumjägern.

 

 

Der echte "R2-D2" der Neunziger trug den Namen "Sojourner" (der Besucher).

Vor den Augen von Millionen von Fernsehzuschauern bestand er im Jahr 1997 sein Abenteuer auf dem Mars.

Nach ihm kamen "Pathfinder", "Spirit" und "Opportunity".

Sie sind natürlich nichts im Vergleich zu ihren Filmvorbildern.

Sie können keine Sprache und zeigen keine Individualität.

Aber als sie als die letzten Vorposten der menschlichen Zivilisation auf der Marsoberfläche herumrollten, konnten sie auf der Erde mindestens so viele Sympathien einheimsen wie ihre Kollegen von Star Wars.

 

 

Märchenhafte Raumschiffs-Antriebe:

Das Fantastische an allen Märchen ist, daß die Autoren ihre Helden Dinge tun lassen können, ohne dabei erklären zu müssen, warum das so funktioniert.

Es funktioniert eben einfach.

Star-Wars-Helden wie z.B Han Solo, können mit Überlichtgeschwindigkeit durch Raum und Zeit fliegen, ohne jemals in Erklärungsnot zu geraten.

Als hätte es Alberts Einstein niemals gegeben.

Aber was soll man sich auch lange mit Erklärungen aufhalten, wenn hinter einem eine ganz Armada von TIE-Fightern des Imperiums her ist und vor einem ein gewaltiges Asteroidenfeld liegt?

Han Solos "Millenium-Falke" ist dank seiner technischen Fertigkeiten eines der begehrtesten Raumschiffe des Star-Wars-Universums.

 

Dass er eigentlich eher einem fliegenden Müllhaufen ähnelt und aus dramarturgischen Gründen gerade in brenzlichen Situationen schon mal den Geist aufgibt, stört nicht weiter, sondern erhöht die Spannung für den Zuschauer.

Der Trick des Millenium-Falken ist, daß man mit ihm den vierdimensionalen Hyperraum als Abkürzung benutzen kann.

Um diese Raum-Zeit-Dimension zu erreichen, muß das Raumschiff zuerst aber auf Überlichtgeschwindigkeit beschleunigt werden, was wieder eine gewisse Zeitspanne dauert und damit erneut für Spannung sorgt.

Seit Einsteins Spezieller Relativitätstheorie wissen die Menschen aber, daß nichts schneller als das Licht fliegen kann, jedenfall nicht innerhalb der uns bekannten Raum-Dimensionen.

Sich auch nur der magischen Grenze von 3000.000 Kilometern in der Sekunde zu nähern, erscheint aus heutiger Sicht schier unmöglich.

Schon gar nicht mit heutigen Triebwerken.

Wie weit Menschen davon entfernt sind, auch nur einen Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit zu erreichen, verdeutlicht eine kleine Rechnung:

Das Antriebssystem braucht eine ganze Menge Treibstoff. Je schwerer das Raumschiff ist, desto mehr Treibstoff braucht es, um zu beschleunigen.

Aber je mehr Treibstoff es mitführt, desto schwerer wird es auch.

Wissenschaftler haben ausgerechnet, daß ein Raumschiff, das auch nur einen Bruchteil der Lichtgeschwindigkeit erreichen will, soviel Treibstoff mitführen muss, wie das gesamte uns bekannte Universum an Masse besitzt.

Also alles Märchen, was die Geschwindigkeiten im Star-Wars-Universum betrifft.

 

Seit 1998 ist auch klar, daß die TIE-Jäger des Imperiums mit einem völlig veralteten Antrieb fliegen.

TIE ist nämlich die Abkürzung für "Twin Ion Engine" (Zwillings-Ionen-Antrieb).

Dieser Antriebstyp wurde Ende des 20.Jahrhunderts in den Laboren der NASA entwickelt und erstmals auf der echten Deep-Space-1-Mission verwendet.

Mit diesem Ionenantrieb konnte die Sonde DS-1 eine Geschwindigkeit von 69 Kilometer in der Sekunde erreichen - das sind 250.000 Stundenkilometer.

 

Was aber zum Ende des 20.Jahrhunderts auf der Erde noch das Neueste war, sollte zu Star-Wars-Zeiten eigentlich längst völlig veraltet sein.

Aber in der "...weit, weit entfernten Galaxie.." fliegt man weiter mit Antrieben aus der Vergangenheit...

 

 

 

 


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