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Die Lippstädter Fan-Publikationen

aus den 1970er-Jahren

  


 

Eine kleine Auswahl-Galerie

der Lippstädter Fan-Produkte:


 

terrapress-ROMANHEFTE:

 

 

 

 

terrapress-TASCHENBÜCHER:

 

 

 

 

 

 

FANZINE "tomorrow":

 

 

 

 

FANTASY-SERIE

"Clan der Lords":

 

 

 

 

 

 

 

 

Es geschah im westfälischen Lippstadt der 1970er Jahre, dass sich eine Gruppe von mehr oder weniger Verrückten regelmäßig an den Wochenenden traf, um ebenso mehr oder weniger verrückte Dinge zu tun:

Werner_Kurt_Giesa, Ernst_Albert, Manfred_Pinzke und Karl-Heinz_Friedhoff (oben im Bild von links nach rechts).

 

W._K._Giesa hatte seinen nichtkommerziellen Verlag "terrapress" ins Leben gerufen, der auf Fan-Ebene jede Menge Science_Fiction-, Grusel- und Fantasy-Serien auf die Welt losließ.

Zur Herstellung der Hefte hatten W._K._Giesa und Ernst_Albert einen Spiritus-Umdrucker gekauft, der einige Jahre lang gute Dienste leistete, so dass wir das bundesdeutsche Fandom regelrecht mit unseren Publikationen überschwemmen konnten. Sogar in Österreich und in den Niederlanden wurden die Hefte gelesen.

 

Ernst_Albert war der Chef und Druckmeister der "rapide_druck_gmbh&co.kg", W._K._Giesa und Karl-Heinz_Friedhoff (alias C._H._Richard) schrieben Science_Fiction & Fantasy-Stories und Manfred_Pinzke war derjenige, der für den Materialnachschub sorgte.

 

Allwöchentlich trafen wir uns zur Herstellung von Fanzines, Heften und Taschenbüchern, stanken hinterher nach Alkohol (der Umdrucker arbeitete nun mal mit Spiritus), als hätten wir 24 Stunden Koma-Saufen hinter uns. (Manchmal fühlten wir uns auch so, denn durch die Spiritus-Dämpfe waren wir oft ziemlich "benebelt".)

Das Drucken, Falten und Heften war aber nur die letzte Phase der Herstellung, denn vorher mussten alle Texte mühselig mit der Schreibmaschine auf Matrizen getippt werden.

(Personalcomputer mit Drucker gab es leider noch nicht, denn die waren damals noch "Science Fiction".)

Auch die bunten Titelblätter und Illustrationen mussten unter Zuhilfenahme von verschiedenfarbigen Einlagen in stundenlanger Arbeit mit der Hand auf die Matrizen gemalt werden.

Die meisten dieser Illustrationen stammten von W.K.Giesa, was vor allem an den nackten Damen zu erkennen ist, welche sein absolutes Lieblingsmotiv waren.

Es gab sogar eine Comic-Heftreihe namens "dan yessica", die W._K._Giesa mit viel Mühe auf die Matrizen gemalt hat. EINE WAHNSINNS-ARBEIT_!!!

 

Fan-Autoren aus der gesamten Bundesrepublik lieferten ebenfalls Stories für die terrapress-Publikationen - ein paar davon wurden später sogar Profi-Autoren.

Auch die Herausgeber von anderen Fanzines profitierten von unserer Fleißarbeit, denn wenn sie uns fertige Matrizen lieferten, übernahmen wir für sie das Drucken und Zusammenheften der Fanzines.

Ich weiß nicht mehr, wie viele Exemplare an Heften, Mini-Taschenbüchern und Fanzines wir in Lippstadt gedruckt und geheftet haben, aber es müssen Tausende gewesen sein.

Es war eine Heidenarbeit, aber wir waren nun mal echte Phantastik-Fans und hatten einfach viel Spaß an dieser Freizeitbeschäftigung.

Und wenn die fertigen Publikationen dann in ihrer ganzen Pracht vor uns lagen, waren wir richtig stolz auf unsere Arbeit.

 

Irgendwann, als W._K._Giesa vom Fan-Schreiberling zum Profi-Autor mutierte und auch die anderen wegen ihrer Berufe keine Zeit mehr zum Produzieren von Fan-Publikationen hatten, löste sich der illustre Lippstädter Fan-Kreis schließlich auf.

 

Leider wird unsere alte Lippstädter Fan-Runde auch nie wieder vollzählig zusammenkommen, denn Werner_Kurt_Giesa, der Hauptinitiator unserer illustren Runde, verstarb am 14._Februar_2008.

 

Geblieben ist nur die Erinnerung

an eine wunderbare Zeit ...

 

"Charly" Friedhoff

 

 

 

 

 

 

 


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